Gemeinde blickt mit Stolz und 
Bewunderung auf Kirchenbauer 

125 Jahre Kirchweih - Sankt Martinsgemeinde Höchst feiert Jubiläum

Ein vielseitiges Chorkonzert bildete jetzt den Auftakt zum 125-jährigen 
Kirchweih-Bestehen der Sankt Martinsgemeinde Altenstadt-Höchst. 
Abwechslungsreicher Chorgesang und instrumentale Stücke ergaben 
einen bunten musikalischen Reigen in der vollbesetzten Kirche.

Geweiht wurde das Gotteshaus der Selbständigen Evangelisch-
Lutherischen Kirche nach gut einjähriger Bauzeit am 15. Juli 1885, 
so dass die Gemeinde ihr Kirchweihfest nun stets an diesem Tag
oder dem darauffolgenden Sonntag feiert. Bereits 1874 hatten sich 
in Höchst und Umgebung 150 Familien aus Gewissensgründen aus 
der evangelischen Landeskirche herausgelöst. Eine tragende Rolle
spielte dabei Pfarrer Karl Ferdinand Bingmann. Mehrere Jahre lang 
wanderte die Gemeinde zum Gottesdienst in eine Kirche nach 
Stammheim, bis schließlich im April 1884 die Grundsteinlegung für die
Sankt Martinskirche erfolgte.
Zum Jubiläumsfest wurden die Konzertgäste in der von der Abendsonne
durchfluteten Kirche von Pfarrer Matthias Forchheim begrüßt, der auch 
im Chor mitsingt. Das Konzert stand unter dem Motto:
,,Herr, ich habe lieb die Stätte deines Hauses und den Ort, da deine Ehre wohnt".


Dirigentin Andrea Schima

Die Gesamtleitung hatte Andrea Schima, die Dirigentin des Chors der 
Sankt Martinsgemeinde, der kirchliche Lieder aus verschiedenen 
Jahrhunderten und ganz moderne Gospels zum Besten gab. Am
Klavier begleitet wurde der Chor bei einigen Stücken von Annika Schima,
Jürgen Vogt und der Dirigentin.
Das Ensemble Trio Sonett, bestehend aus Maria Lusky (Horn), Annika Schima
(Querflöte) und Jürgen Vogt (Bass-Klarinette), präsentierte Stücke von Mozart,
Gabriel Allier und ein Menuett von Jacques Widerkehr. 
Bei zwei bekannten, modernen und fröhlichen Gospels waren
die Gäste aufgefordert, mitzusingen: ,,Jetzt wird’s Zeit, dass das Publikum mal
aktiv wird", wandte sich die Dirigentin an die Zuhörer, die der Ermunterung gerne
folgten. Ein besonderer Ohrenschmaus war die rasante Komposition ,,Diversity"
der erst 19-jährigen Annika Schima, die sie auf dem Klavier vortrug. Überhaupt
war ihr Engagement überaus bemerkenswert, denn sie sang im Chor, spielte
Querflöte und Klavier.

Der Chor der St. Martinsgemeinde sang zum Jubiläum

Was der Chor zu bieten hatte, war ebenfalls vom Feinsten, denn obwohl er nur 
17 Mitglieder hat, fünf Sänger und zwölf Sängerinnen, bildet er einen
ausgezeichneten Klangkörper. Die Chormitglieder sind ein gutes Team, aus dem
ihre Leiterin alles herausholt. Alle Generationen sind darin vertreten, und aus den
einzelnen Stimmen bildet sich ein voller, frischer Klang. Er ist das Ergebnis der 
großen Lust am Gesang, von der Dirigentin in die richtigen Bahnen gelenkt.
Andrea Schima gab zwischen einzelnen Abschnitten des Konzerts sowohl
Erklärungen zu den Liedern als auch zur Martinsgemeinde und dem Bau der 
Kirche. So war das Konzert in der Tat sehr abwechslungsreich und kurzweilig.
Am Sonntagmorgen folgte ein Festgottesdienst zum Jubiläum. Er begann mit
Händels ,,Sie schallt die Posaun", gespielt vom Posaunenchor der Gemeinde, der
von Bläsern der Schwestergemeinde Usenborn unterstützt wurde. Die Festpredigt
hielt Pfarrer i. R. Reinhold Schimmelpfennig, der von 1970 bis 1978 Pfarrer
der Gemeinde war. Darin ging er auch auf die Geschichte des Gebäudes ein und 
berichtete von ein paar Geschehnissen aus früheren Zeiten; zum Beispiel, dass im
Zweiten Weltkrieg eine Granate, die auf den Kirchturm abgefeuert worden war, in
einer Kastanie hängen blieb und dort detonierte, ohne die Kirche zu beschädigen.
Die Gemeinde könne mit Bewunderung und auch Stolz an die Vorfahren denken,
die diese Kirche gebaut haben. Er betonte, dass nicht nur Größe und prächtiger
Schmuck den Glanz einer Kirche ausmachen, sondern in erster Linie das, was in
der Kirche gelebt wird. Zum Gottesdienst konnten außer Reinhold Schimmelpfennig
noch die ehemaligen Gemeindepfarrer Hermann Rothfuchs, Heyko Jakobs und
Emst Wolf begrüßt werden. Im Anschluss wurden zahlreiche Grußworte gesprochen,
bevor der Tag mit einem Fest in und um die Kirche seinen Abschluss fand.

                                                                                                    KA 21.07.2010 (Eichenauer)